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Spätburgunder Trauben am Rebstock

Weinwissen

Spätburgunder

Der Rote Luxus

Er ist vollmundig, samtig mit einem fruchtigen Aroma und umschmeichelt mit Nuancen von Mandel. Der hellrote, manchmal fast durchsichtige Rotwein ist von Hause aus arm an Tanninen und erhält seinen Charakter durch die Säure. Gerade in der kühleren Jahreszeit erfreut der modern und kräftiger ausgebaute Rotwein den Gaumen. Seine geschmackliche Qualität und der feine Duft führen dazu, dass er immer mehr Beachtung findet, auch wenn sein Anbau Pflege und Sorgfalt erfordert.


Empfindlich im Anbau

In Deutschland sind etwa zwölf Prozent der Rebflächen mit dem Spätburgunder bestockt. Dabei ist die edle und alte Sorte ziemlich anspruchsvoll, was Boden und Klima betrifft. Die Trauben haben sehr dünne Schalen, daher mögen sie keine starken Temperaturschwankungen. Wind und Hitze sind ebenfalls tabu, zudem ist er anfällig für Fäulnis. Am liebsten mag der Spätburgunder die besten Lagen, an denen auch der Riesling gut gedeiht. Gleichzeitig ist er deutlich früher reif. Damit ist er natürlich auch empfindlicher, wenn es im Frühjahr noch einmal Frost gibt. Seinen Namen trägt er, weil er im Vergleich zum Frühburgunder zehn Tage später reif ist.

Die Rebe ist vor allem in Baden am Kaiserstuhl und in der Pfalz zu finden. Rheinhessen, Württemberg, Rheingau und die Ahr sind ebenfalls wichtige Anbaugebiete. In Frankreich wird er vorwiegend in der Champagne und im Burgund angebaut. Schließlich bildet der Spätburgunder den Grundwein für den Champagner. Entsprechend ist er auch in Norditalien als Teil von Spumante und Sekt auf den Weinbergen und in den Flaschen zu finden, hier mit dem Namen Pinot Nero. Im Elsass wird er Pinot Noir genannt. Seine Bezeichnung verdankt er der Form seiner Traube, die an Kiefernzapfen erinnert. Pin heißt auf Französisch Kiefer, im Italienischen pino. Verbreitet hat sich die Weinsorte bis in die USA, nach Neuseeland und Südafrika. Weltweit steht er an zehnter Stelle im Anbau. Man findet ihn auch unter den Namen Blauburgunder und Schwarzburgunder.

Komplex im Geschmack

Der Spätburgunder wird vorwiegend trocken ausgebaut, ab und an auch mit einer gewissen Restsüße. Der typische Spätburgunder hat einen leicht süßlichen Duft nach roten Früchten. Das reicht von Erdbeere über Kirsche und Brombeere bis hin zu schwarzen Johannisbeeren. Modern ausgebaut kommt mit einem kräftigen Rot, mehr Gerbstoff, weniger Säure und häufig kurzer Lagerung im kleinen Eichenfass daher. Die im Barrique-Fass ausgebauten Weine haben Anklänge von Vanille und Zimt. Das Holz der relativ kleinen Fässer wird vorab geröstet und verleiht den Weinen daher einen besonderen Geschmack.

Mit zunehmendem Alter entwickelt er immer komplexere Aromen. Allerdings ist es riskant, ihn zu lagern, da seine Alterung schwer vorhersagbar ist. 100 Jahre wird er kaum, sein Optimum liegt bei fünf bis 20 Jahren. Seinen Charakter erhält der Spätburgunder nicht vom Gerbstoff, sondern von seiner Säure. Mit dieser Säurenote ist er übrigens der perfekte Begleiter zu schwerem Essen.

Ab und an findet man auch Roséwein oder Sekt. Hierfür spielt die tragende Säure eine entscheidende Rolle. Wenn man die Trauben nach der Lese sofort abpresst, lässt ich ein Blanc de noir herstellen, also ein Weißwein aus dunklen Trauben.

Alt und edel

Der Spätburgunder gehört wohl zu den ersten Sorten, die aus Wildreben im westlichen Mitteleuropa ausgelesen wurden. Die heutige Traube scheint in relativ direkter Linie von einem Wildwein abzustammen. Seine genaue Herkunft ist unbekannt, aber schon die Römer sollen den Spätburgunder in der Antike im Burgund angebaut haben. Karl III., auch bekannt als Karl der Dicke, brachte den Pinot Noir im Jahre 884 nach Deutschland, genauer an den Bodensee. Damals wurde er Clävner genannt. Dieser Name hat sich lange gehalten und er wurde auch in Baden Klevner oder Clevner genannt. Bis in die 1980er Jahre haben die Winzer in Deutschland aus dem Spätburgunder vorwiegend süßliche Rotweine hergestellt. Inzwischen finden sich gehaltvolle und körperreiche trockene Rotweine, die sich mit den Burgundern aus Frankreich messen können. Und von dort kommen immerhin die berühmtesten und teuersten Rotweine der Welt.

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