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Riesling an der Mosel

Weinwissen

Riesling

König der Weißweine

Im Sommer ist er ein erfrischender Hochgenuss, im Winter ein perfekter Begleiter sogar zum Gänsebraten. Der Riesling gilt als eine der feinsten und edelsten Rebsorten. Er ist nicht nur in jungen Jahrgängen ein Genuss, er altert ausgezeichnet und entwickelt dabei den sogenannten Petroleum-Ton. Ein Riesling lässt sich immer klar als Riesling identifizieren und doch schmeckt er je nach Lage, Ausbau und Winzer ganz unterschiedlich.


Deutsche Rebsorte Nr. 1

Deutschland gilt als Heimat des Rieslings, er gedeiht hier prächtig. Die Weinstöcke mögen es kühl und geschützt, die Erde darf nicht zu feucht sein. Wärme speichernde und steinige Flusslagen sind ideal. Er treibt spät aus und reift auch spät, dadurch ist er kaum durch Spätfrost gefährdet. Gleichzeitig darf es im Sommer nicht zu heiß und zu trocken für die kleinen gelbgrünen Beeren werden. Ein kühler, trockener Herbst hilft ihm, seine knackige Säure zu bewahren.

Der Riesling wird vor allem in Deutschland und den angrenzenden Ländern angebaut. Außerdem ist er in Amerika in den Staaten New York und Washington sowie in Westaustralien verbreitet. Fünfzig Prozent aller Rieslinge kommen aus Deutschland und man findet ihn in jedem deutschen Anbaugebiet; entsprechend variationsreich sind die Böden und das Terroir. Wie kein anderer Wein spiegelt er seine Herkunft im Geschmack.

Fein bis füllig im Geschmack

Man erschmeckt Noten wie Apfel, Pfirsich, Passionsfrucht und Zitrus, er ist mal mineralisch, mal säureärmer, mal blumig, mal rassig. Riesling wird vor allem trocken ausgebaut. Auch bei Prädikatsweinen ist die Traube vertreten: Der Kabinett ist ein feiner leichter Wein, der sich wunderbar als Aperitif eignet. Bei der Spätlese bleiben die Trauben eine Woche länger an den Weinstöcken. Durch den höheren Reifegrad ist potenziell der Alkoholgehalt höher. Die Winzer bieten ihn vor allem trocken, aber auch mit Restsüße an.

Bei der Auslese werden die Trauben genutzt, die von Edelfäule besetzt sind. Die Beeren sind zusammengeschrumpft und das Wasser in ihnen ist verdunstet. Sie ergeben einen hoch konzentrierten, zuckerreichen Traubenmost, der meist süß und fruchtig ausgebaut wird.

Bei der Beerenauslese verwenden die Weinbauern ausschließlich die Trauben, die die Vollreife erlangt haben und Edelfäule aufweisen. Dies ist nur der Fall, wenn das Herbstwetter warm, feucht und nebelig ist. Die Beeren werden von Hand gelesen. Die Beerenauslese eignet sich nicht nur als Dessertwein, sie begleitet auch wunderbar asiatische Gerichte und Speisen mit fruchtig-süßen Saucen. Bei der Trockenbeerenauslese werden die Trauben noch später geerntet.

Für den Eiswein wiederum bleiben die Trauben so lange am Weinstock, bis eine stabile Außentemperatur von –7 Grad Celsius oder kälter erreicht ist. Die deutschen Winzer greifen hier nicht künstlich ein. Bei der Temperatur ist auch das Wasser in den Beeren gefroren. Die Trauben dürfen keine Edelfäule aufweisen. Es entsteht ein süßer dichter Wein, der schon alleine als Dessert fungieren kann.

Qualität zählt

Riesling wird vermutlich seit 600 Jahren angebaut. Der genaue Ursprung ist nicht klar. Genetische Analysen sind zu dem Schluss gekommen, dass es sich ursprünglich um eine Traminertraube handelt, gekreuzt mit einer am Rhein heimischen Sorte und zuletzt mit der Rebsorte Heunisch. Durch diese Kombination entstehen die frostharten, kleinbeerigen und sauren Rieslingtrauben.

Im Laufe der Weinbaugeschichte wurde er eingesetzt, um die Qualität zu garantieren. Dies betrifft zum Beispiel ein Mainzer Kloster, das alle roten Weinstöcke durch Riesling ersetzte, sowie den Weinberg der Abtei Johannisberg, der vorwiegend mit Riesling bepflanzt wurde. Übrigens hat der Johannisberger Riesling bis heute einen ausgezeichneten Ruf. Später erließ Erzbischof und Kurfürst von Trier Clemens Wenzeslaus 1787 per Dekret, dass innerhalb von sieben Jahren anstelle der Weinreben mit schlechten Eigenschaften und zu viel Säure Riesling angebaut werden sollte.

In der Zeit der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert hatte der deutsche Riesling Weltruhm erlangt und wurde in allen europäischen Luxushotels serviert. Als der Markt im 1. Weltkrieg einbrach, begannen die Winzer in der Not auf billige Rieslingsüßweine zu setzen. Dies hielt sich, bis in 1980er Jahre, als trockene Weine gefragt waren und der Riesling vollkommen trocken durchgegärt verkauft wurde. Erst danach begannen die Winzer, zu einem harmonisch ausgewogenen Riesling zurückzufinden.

Heute gibt es eine Reihe komplexer, vielschichtiger und terroirgeprägter Weine, die weltweit höchste Anerkennung finden. Schmecke es selbst und entdecke mit unserem Riesling-Paket die Vielfalt des Königs der Weißweine.