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Grauburgundertrauben am Rebstock

Weinwissen

Grauburgunder

Kultur der Zisterziensermönche

Nussig, mit einem Duft von grünen Nüssen, Mandeln oder frischer Butter, und fruchtig, mit Aromen von Birne, Trockenobst, Ananas oder Zitrusfrüchten, – so schmeckt ein moderner Grauburgunder. Für seinen Namen sind die grauen Kutten der Zisterziensermönche verantwortlich, die wohl maßgeblich zur Verbreitung der Traube beigetragen haben. Bekannt ist die Rebsorte auch noch für eine ganz andere Stilistik: schwer und süß unter dem Namen Ruländer. Trocken ausgebaut passt er hervorragend zum Essen und gewinnt im deutschen Weinbau dadurch zunehmend an Bedeutung.


Anspruchsvoll im Anbau

Derzeit wird der Grauburgunder in Deutschland auf rund fünf Prozent der Rebflächen angebaut und ist dabei in 9 von 13 Weinanbaugebieten vertreten. Dabei sind die Beeren mit ihrer dünnen Schale durchaus empfindlich gegenüber Temperaturschwankungen. Warme, fruchtbare und kalkhaltige Böden sind wichtig. Da er mittelspät austreibt, können ihm späte Fröste im Frühjahr zum Verhängnis werden. Dafür ist er durchgeholzt gut gewappnet gegen den Winterfrost. Auch wenn die Beeren rötlich gefärbt sind, wird der Grauburgunder den Weißweinen zugeordnet. Vor allem in Baden am Kaiserstuhl und in der Pfalz setzen die Winzer auf die Sorte – viele Jahre zunächst als Ruländer und inzwischen trocken ausgebaut als Grauburgunder. Im Elsass findet man die Traube als Pinot gris, in Italien um Venetien und in Südtirol als Pinot Grigio, im Wallis als Malvoisie. Auch in Amerika wird er in Kalifornien und in Oregon angebaut. Der Name Pinot kommt daher, dass die Traube einem Kiefernzapfen ähnelt – und die Kiefer heißt auf französisch pin und auf italienisch pino. Weltweit gibt es über 100 Synonyme für die Rebe wie etwa Blauer Riesling oder Blauer Traminer. Ähnlich vielfältig wie die Namen sind auch die Geschmacksnoten, mit denen der Grauburgunder aufwarten kann.

Von leicht und frisch bis süß und schwer

Bei einfacheren Weinen dominiert ein Duft nach frisch aufgeschnittenem Apfel und Rauchnoten. Dieses Aromaspektrum erweitert sich bei guten Qualitäten in die nussige und fruchtige Richtung. Hinzu können Noten von grünen Bohnen und Paprikaschoten kommen. Im Stahltank, in großen Holzfässern und auch im Barrique-Fass mit biologischem Säureabbau wird der Grauburgunder gerne zu mittelkräftigen etwas säurebetonten Weinen ausgebaut.

Während die jungen, leichten, trockenen und halbtrocknen Weine sich wunderbar als Sommerweine eignen, dienen die Kabinettweine und Spätlesen perfekt als Begleiter zu Meeresfrüchten, Seefisch, Pasta, Lamm, Wildgeflügel und reifem Weichkäse.

Aus dem Barrique-Fass passt er gut zu Lamm und Wild. Durch die relativ kleinen und von innen gerösteten Fässer gelangen zusätzlich Holz- und Röstaromen in den Wein sowie ein feiner Vanilleton.

Die fruchtig-süßen Spätlesen oder edelsüßen Auslesen mögen fettreiche Edelpilzkäse und Desserts. Der schwere, betont süße Ruländer wiederum wird aus sehr reifen und zum Teil edelfaulen Trauben hergestellt. Er ist ein Genuss beispielsweise zu einer klassischen badischen Vesper.

Vom Burgund in die Welt

Der Grauburgunder verbreitete sich vom französischen Burgund in die Schweiz und nach Ungarn. Es scheint sich um eine Knospenmutation des Spätburgunders zu handeln und die Reben sind nicht immer deutlich voneinander zu unterscheiden. Die Zisterziensermönche brachten die Rebe im 13. oder 14. Jahrhundert aus dem Burgund nach Österreich. Hier erhielten die Trauben wohl auch ihren Namen, da die Glaubensbrüder in den Weinbergen in ihren grauen Kutten arbeiteten. Von Österreich aus gelangten sie vermutlich im 14. Jahrhundert nach Deutschland entweder durch Mönche oder durch Karl IV. – hier sind die Quellen nicht eindeutig. Unabhängig von dieser Verbreitungsgeschichte entdeckte der Kaufmann Johann Ruland die ihm bis dahin unbekannten Burgunderreben in einem verwilderten Garten in Speyer. Er verkaufte den Wein unter der Bezeichnung Speyrer. Bald wurde er als Qualitätssorte eingestuft und erhielt zu Ehren seines Entdeckers den Namen Ruländer. Im 19. Jahrhundert waren die Winzer bereits begeistert von der hohen Qualität der Weine. Der trockene Ausbau hat sich vor allem ab Ende des 20. Jahrhunderts in Deutschland mit dem Pinot Grigio-Boom verbreitet.

Heute sind beide Stile vertreten und der edle Grauburgunder ist ein wunderbarer Genuss: Entdecke mit unserem Grauburgunder-Paket die enorme Bandbreite an Aromen und Stilen.