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Axel Pauly

Ein Moselmann von Welt

„Ich bin bei 3Weine, weil ich einfach authentische Produkte mag. Mir ist wichtig, dass man die Wertschätzung an der Natur und letztlich auch am Wein schmeckt. Und wenn das auch noch mitkommuniziert wird, umso besser.„

Axel Pauly schaut ein wenig unsicher, als er für ein Foto in seinem schönen Lieser Weinberg posieren soll. Vor der Kamera steht er nicht besonders oft – hinter seinem Tresen der Vinothek dafür umso öfter. Und auch wesentlich lieber. Da hat er seine Weine vor sich stehen und steht, nicht nur qua Raumlogik, voll und ganz hinter ihnen.


Die Weinberge sind Axels Heimat. Mit sechs Jahren ist er hier durch die Reben getollt, hat am Lagerfeuer gesessen, ist immer wieder den steilen Weinberg hinunter gefallen und immer wieder aufgestanden. Für ein Kind muss Winzer aussehen wie der schönste Beruf überhaupt.

„Als Kind hat mir das alles natürlich riesig Spaß gemacht. In der Jugend hat sich dieses Bild ein wenig verändert. Ob Wochenende oder nicht, morgens um sieben ging´s zur Lese. Mit vierzehn will man da nicht besonders viel mit zu tun haben. Irgendwann wurde aber doch deutlich, dass der Bezug zum Beruf, zur Gegend einfach da ist. Meine Eltern haben ziemlich gelacht, wie ich ihnen von meiner Entscheidung, Winzer zu werden, erzählte. Das war für sie alles andere als selbstverständlich.“

Die Vinothek von Axel Pauly an der Mosel

Wie man hervorragend an Axels Schwester sehen kann. Diese hat nämlich ganz andere Wege eingeschlagen und ist Architektin geworden. Immerhin konnte sie auf diese Weise Axels wunderschöne Vinothek mitkreieren – auch gut! Und natürlich ist das so eine eigene Sache mit Familienbetrieben…

„… in der Tat. Ohne Auseinandersetzung geht die gemeinsame Arbeit im Betrieb über Generationen hinweg nicht. Gerade mit meinem Vater muss ich immer wieder Dinge aushandeln. Zum Beispiel wirft er nichts weg! Um ausschließlich beste Qualität zu verarbeiten, bestehe ich aber auf auf die Verarbeitung von gesunden Trauben. Das kann das herausschneiden von ungesunden zur Folge haben, teilweise 20-30 Prozent; bei meinem Vater sind das maximal 10 Prozent – und so liest er auch. Wenn ich dann nachschneide, werde ich bisweilen mit dem Fernglas von ihm beobachtet. Diskussionen hin oder her, wenn es dem Wein am Ende zuträglich ist, war es das wert. Verkostet wird alles gemeinsam. Das geschmackliche Urteil meines Vaters ist mir sehr wichtig. Seine Idee war außerdem der „Purist“ – ein trockener und frischer Riesling mit dezentem Alkoholgehalt. Mein Opa hat einmal etwas Schönes gesagt: es ist nicht wichtig, was Kritiker sagen. Wichtig ist, ob die Flaschen am Ende leer sind oder nicht. Und das stimmt!“

Und ob Axels Weine leer sind. In den Weinbergen muss er sogar Netze um den Frühburgunder spannen, weil Wildschweine die Trauben essen. Und man will es ihnen nicht so Recht verdenken. Eine Mutation hat dafür gesorgt, dass er schon so früh reif ist. Axel schneidet eine Traube voller Beeren ab und in der Tat – es ist August und die Trauben sind bereits so süß, dass man direkt Saft daraus machen möchte. Oder sie auf einen Käseteller legen. Oder in Bitterschokolade tauchen.

Axel Pauly prüft die Reife seiner Frühburgundertrauben an der Mosel

„Süße beim Weißwein ist in letzter Zeit seltsam verpönt unter dem Massenpublikum. Der Kenner weiß, dass diese Vorurteile nicht haltbar sind, aber es ist schwierig, solchen Vorurteilen zu begegnen. Halbtrockene Weine nennt man daher „feinherb“, weil alle Welt Angst vor einem süßen Wein hat, wenn er denn nicht „trocken“ ist. Meine Auslandsaufenthalte haben mich aufgeschlossener gemacht, was diese starren Zuschreibungen angeht. Ich war in Kalifornien und Neuseeland und, nachdem ich aus Neuseeland zurück kam, musste ich mir nicht selten anhören, das sei doch kein Moselwein! Bestimmt kann es für mich geschmacklich auch ein wenig wilder zugehen als für meinen Vater. Die regionale Identität ist mir aber umso vertrauter.“

Was bedeutet regionale Identität aber für jemanden, der schon so vieles gesehen hat? Eine Lehre im Rheingau, eine Reise nach Übersee, ein Studium in Geisenheim und ein Praktikum in Stockholm – was macht das mit dem Bezug zur Heimat?

Axel Pauly prüft die Reife seiner Frühburgundertrauben an der Mosel

„Ich bin froh, auch außerhalb der eigenen Weinberge so vieles gelernt zu haben. Aber was mein Großvater und mein Vater mit beigebracht haben, wird für immer Einfluss auf die Weine unseres Hauses haben. Und auch die Landschaft verändert sich nicht so schnell. Die für die Mosel sehr typischen Schieferböden bleiben und unsere Steilhänge auch. Weder will ich völlig auf den Kopf stellen, was meine Familie aufgebaut hat, noch sind deren Ansätze in Stein gemeißelt. Und schließlich verändert sich die Welt um uns ja auch. Während meine Eltern noch einen ganz anderen Bezug zu den Kunden hatten, versuche ich, meinen Heimatbezug im Wein selbst zu vermitteln. Leider erreicht man nicht mehr alle Kunden mit Grillabenden und unserem Gästehaus. Durch die vorhandene Vielfalt, durch das Internet, ja durch den so entstandenen Zugang zu so vielen verschiedenen Weinen wollen sich die Leute nicht mehr festlegen. Man kommt nicht mehr für ein Wochenende um sich seine Jahresration bei uns abzuholen. Leider geht es ofmtmals nur um wenige Kisten – man will ja flexibel bleiben. Was ich den Menschen an regionaler Identität aber vermitteln kann, ist moseltypischer Wein, der durch meine Erfahrung in der Welt, aber auch durch meine Auseinandersetzung mit der Tradition verschiedene Stile entwickelt hat.“

Und das ist von der Architektur nun wieder gar nicht so weit weg. Bloß mit Aromen anstatt mit baulichen Anlagen. Und beide Male geht´s um Ästhetik. In der Hand hält Axel seinen „Generations“. Er schmeckt allen in der Familie. Auf dem Etikett sieht man zunächst drei Linien, die an die bekannten Steilhänge der Moselregion erinnern. Dreht man die Flasche, formieren sich die Linien zu drei Männerprofilen. Dem des Großvaters, des Vaters und des Sohnes. Spätestens hier wird deutlich, dass Tradition und Innovation sich keineswegs ausschließen – man muss bloß jede Seite sprechen lassen. Axel Paulys Weine sind wie lange Gespräche, die hoffentlich niemals enden werden. Wenn doch Generationenkonflikte doch immer so schmecken könnten!

Text: Juliane E. Reichert

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